Essen um zu leben – Interview mit Brigitte Rühl-Preitler zu Ihrem Buchprojekt

Unsere Mitarbeiterin Brigitte Rühl-Preitler hat sich in den letzten Jahren sehr intensiv mit dem Thema Ernährung auseinander gesetzt. Daraus entstanden ist ein sehr informatives Buch mit dem Namen „Essen um zu leben“, über das sie uns in einem Interview erzählt hat.

Wie entstand die Idee?

Vor ca. 4 Jahren gab es im Fernsehen einen Spendenaufruf 30,– Euro würden ein Kind 1 Monat satt machen, also 1,– Euro am Tag. Daraufhin begann ich zu errechnen, was man mit 1,– Euro kochen und essen kann und stellte mir die Frage, ob man damit wirklich satt werden kann?

Zusätzlich zu dieser Herausforderung war für mich auch wichtig, alle Nahrungsmittel für einen Monat gleich gesamt einzukaufen, also musste es auch relativ gut haltbar sein. Und so waren im Einkaufskorb Großteils Grundnahrungsmittel und ziemlich gut haltbare Obst- und Gemüsesorten und daraus entstand das Grundnahrungsmittel-Paket.

Viele Menschen schauen auf eine gewisse Lagerhaltung/Vorräte, nur ist es oft schwierig, daraus etwas zu kochen. Deshalb war mein 2. Gedanke, aus diesen gekauften Lebensmitteln Speisen zu kreieren.

Was versteht man unter Grundnahrungsmitteln und unter haltbarem Gemüse?

Das sind Produkte, die man sowieso zu Hause haben sollte, wie Mehl, Zucker, Margarine, Milch, Salz, Grieß, Haferflocken usw. Haltbare Gemüsesorten wären Zwiebel, Kartoffel, Karotten, Kraut, Linsen getrocknet, aber auch Tomatensoße in der Packung und Essiggurken. Und aus diesen Lebensmitteln hab ich Rezepte entwickelt.

Wie einfach ist es, diese Rezepte nachzukochen, wenn jemand nicht so gut kochen kann?

Beispielrezept vom Blog

Die Anleitungen sind sehr einfach gehalten, sie sollen anregen selbst zu kochen. Wenn nach der Einkaufsliste eingekauft wird, sind auch immer alle Zutaten zur Hand. So kann alles in diesem Monatsvorschlag zubereitet werden ohne etwas extra zu besorgen.

Es gibt also eine Einkaufsliste, einen Monatsvorschlag/Menüplan für 1 Monat und die dazugehörigen Rezepte?

Es sind insgesamt 78 einfache Rezepte für Frühstück, Mittag- und Abendessen, außerdem auch Suppen, Salate und Desserts. Die Mengen sind für 1 Person berechnet. Kocht man genau nach Anleitung, bleibt am Monatsende nichts mehr vom Einkauf übrig.

Es gibt aber Menschen mit besonderen Vorlieben. Oder man kann und soll aus bestimmten Gründen einige Lebensmittel nicht essen. Wie lässt sich das mit den Vorschlägen vereinbaren?

Wenn ich mich zum Beispiel vegan oder vegetarisch ernähre, kann ich statt Milch- und Wursterzeugnissen Ersatzprodukte verwenden oder vielleicht ganz weglassen. Wenn ich aus gesundheitlichen Gründen bestimmtes nicht essen darf, muss ich mir sowieso auch mit anderen Rezepten Alternativen überlegen. Fleischesser nehmen einige Vorgaben als Beilagen, zum Beispiel die „Linsensoße mit Brotlaibchen“ und braten sich ein Kotelette dazu.

Der ganze Einkauf kann und soll sogar in besserer Qualität (Bio) besorgt werden, was natürlich dann ca. das 3-4 fache kostet. Das ist aber noch immer weitaus günstiger, als sonst nicht geplante Einkäufe. Genussmittel wie Kaffee, Alkoholika aber auch mehr Gemüse und Obst sind so leistbarer.

Wer wird deiner Meinung nach dieses Buch kaufen und danach kochen?

Dieses Projekt ist für alle Menschen gedacht! Junge (Jugendliche), die ihren ersten Haushalt einrichten, Singles, Großfamilien, Leute, die kochen lernen möchten, alle, die finanzielle Probleme haben oder für einen Urlaub sparen möchten uvm.

Das Budget für den Einkauf der Lebensmittel ist mit der Einkaufsliste leicht überschaubar und kann jederzeit erweitert werden.

Es sind viele ungesunde Produkte in der Einkaufsliste, warum?

Die Liste soll ein minimaler Vorschlag sein. Je nach Budget, kann jeder danach kochen.

Ich empfehle nicht, Margarine und Kondensmilch zu verwenden! Es sind nur die preiswertesten Produkte, mit denen schon etwas gekocht werden kann.

Wie kann ich relativ preiswert bis sogar gratis die Rezepte gesund aufwerten?

Dazu gibt es im Buch einige kurze Beschreibungen zu Wildkräutern und –gemüse. Aber auch Tipps zur Herstellung von Kräutersalz, Suppenwürze und Sauerkraut.

Gibt es weitere Projekte zu diesem Thema?

Ja! Ich plane Koch-Workshops. Es haben schon welche stattgefunden mit dem Titel „Preiswert, einfach und selbstbestimmt nachhaltig kochen“.

Darin wird erklärt, wie man sich selbstbestimmt nachhaltig ernähren kann, sprich welche „ungesunden“ Lebensmittel ich in besser Qualität kaufe zum Beispiel statt Weizenmehl Bio-Dinkelmehl, statt Weißzucker Bio-Rohrohrzucker, statt Kondensmilch (Maresi) Bio-Vollmilch. Außerdem werden die Rezepte je nach vorgegebenem Thema (ZB. Suppeneinlagen) genau erklärt und nachgekocht.

Einen Schlusssatz von dir?

Mit diesem Projekt wird eine gesunde Lebensweise und eine gesunde Ernährung für jeden leistbar!

Brigitte Rühl-Preitler ist gelernte Köchin und war in diesem Beruf mehr als 20 Jahre tätig. Schon seit langer Zeit macht sie sich Gedanken über gesunde, bewusste und für jeden leistbare Ernährung.
Dazu publiziert die diplomierte Kräuterfachfrau, Ernährungsberaterin und Energetikerin auf ihrem Blog „Essen um zu leben“, der sich einer stetig wachsenden Fangemeinde erfreut, sowie auf Facebook Beiträge und Tipps zum Thema.

Linktipps:
Blog: Grundnahrungsmittelpaket
Facebook: Wir essen um zu leben
Leseprobe: Essen um zu leben
Verlag: Edition Esspapier

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3 Gedanken zu „Essen um zu leben – Interview mit Brigitte Rühl-Preitler zu Ihrem Buchprojekt

  1. kunstkopf

    Na ja, für mich wär sowas nicht praktikabel, auch wenn ich den Gedanken durchaus positiv finde. Ich kann dennoch für sehr wenig Geld kochen. Aber z.B. ist es mir nicht möglich, einen Monatseinkauf zu machen (kein Auto) oder zu lagern (sehr kleine Wohnung ohne Keller). Dafür berücksichtige ich Angebote und bin beim Einkaufen sehr dizipliniert. Obendrein verwende ich keine Fertigprodukte, was schonmal gesund ist und den Geldbeutel schont. Mich wundert an der Kasse jedesmal, wofür die Leute die Tüten mit Fertigmischungen brauchen. Kochen kann so einfach sein und es sieht so aus, als würde Frau Brigitte Rühl-Preitler den Menschen damit das selber Kochen wieder näher bringen. Das finde ich gut.

    Antwort
  2. Pingback: Sonntags Top 7 #78 | antetanni sagt was | antetanni

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